Hat sich die digitale Teilnahme an einer internationalen Kunstmesse gelohnt?
Als ich mich für die Teilnahme an der ArtExpo Zürich entschied, stellte ich mir dieselbe Frage, die sich vermutlich viele Künstlerinnen und Künstler stellen: Lohnt sich eine digitale Ausstellung auf einer internationalen Kunstmesse überhaupt? Schließlich reist man nicht mit seinen Originalwerken an, die Bilder hängen nicht an einer Galeriewand, und die Besucher begegnen den Arbeiten auf einem Bildschirm und es bleibt dem Zufall überlassen, ob gerade mein Bild über den Bildschirm huscht, wenn sie gerade darauf schauen. Auch stehe ich nicht non-stop als Künstlerin daneben und kann eine Verbindung aufbauen. Karten auszulegen war ebenfalls nicht erlaubt. Kann unter solchen Bedingungen überhaupt eine Verbindung entstehen?
Nach meiner Erfahrung lautet die Antwort ganz klar: Ja.Während der Messetage konnte ich immer wieder beobachten, wie Besucher vor meinen Werken stehen blieben. Einige betrachteten die Bilder aufmerksam, andere fotografierten sie sogar. Diese Momente haben mich sehr berührt. Denn letztlich spielt es keine Rolle, ob ein Werk auf Leinwand oder digital präsentiert wird. Entscheidend ist, ob es die Aufmerksamkeit eines Menschen fesseln und eine emotionale Reaktion auslösen kann.
Besonders gefreut hat mich die Wiedererkennbarkeit meiner Kunst. Viele Besucher nahmen meine Karten mit meinen Motiven gerne mit, wenn ich sie überreicht habe. Später wurde ich mehrfach angesprochen mit Sätzen wie:„Ah, du bist die mit der Katze!“
Für mich war das ein ganz besonderer Moment. Als Künstlerin hofft man nicht nur, dass einzelne Bilder gefallen. Man wünscht sich auch, eine eigene Bildsprache zu entwickeln, die im Gedächtnis bleibt. Zu erleben, dass Menschen meine schwarze Katze sofort mit meiner Kunst verbinden, war eine wunderbare Bestätigung dafür, dass sich über die Jahre eine wiedererkennbare künstlerische Welt entwickelt hat.
Ein weiteres Highlight war der Austausch mit anderen Künstlerinnen und Künstlern aus unterschiedlichen Ländern. Sascia Schümperli z.B. mit ihren wasserbasierten Ölfarben die ebenfalls wie ich am Milan Art Institute studiert hat und ihren Abschluss schon vor ein paar Jahren gemacht hat. Die Gespräche über kreative Prozesse, Ausstellungen und die Herausforderungen des Künstlerlebens waren inspirierend und bereichernd. Viele dieser Begegnungen werden mich auch über die Messe hinaus begleiten und ich kann mir gut vorstellen nächstes Jahr mit meinem eigenen Stand wiederzukommen.
Auch die Auswirkungen auf meine Online-Präsenz waren deutlich sichtbar. Rund um die ArtExpo konnte ich etwa 100 neue Follower auf Instagram gewinnen. Gleichzeitig gehörten meine Beiträge zur Ausstellung zu den erfolgreichsten Posts der vergangenen Monate und erzielten deutlich mehr Reichweite und Interaktionen als üblich. Auch auf meiner Homepage war deutlich mehr Traffic zu verspüren. Für mich war das ein Zeichen dafür, dass internationale Ausstellungen nicht nur vor Ort Sichtbarkeit schaffen, sondern auch online neue Menschen erreichen können.Besonders interessant war, dass die Messe mit dem Ende der Veranstaltung noch lange nicht vorbei war. In den zwei Wochen danach war ich damit beschäftigt, neue Kontakte zu pflegen, Gespräche nachzubereiten und mein Netzwerk systematisch auszubauen.
Viele der spannendsten Entwicklungen entstanden sogar erst nach meiner Rückkehr aus Zürich. Eine dieser Entwicklungen war die Zusage für eine Gemeinschaftsausstellung in meiner Region im kommenden Frühjahr. Solche Chancen entstehen oft durch persönliche Begegnungen und Gespräche und zeigen, wie wertvoll Kunstmessen für die langfristige Entwicklung einer künstlerischen Laufbahn sein können.
Rückblickend war die Teilnahme an der ArtExpo Zürich daher weit mehr als eine digitale Präsentation meiner Werke. Sie brachte Sichtbarkeit, neue Kontakte, frische Impulse und konkrete Perspektiven für zukünftige Ausstellungen.
„Kunst findet ihren Weg zu den Menschen, egal ob auf einer Leinwand oder auf einem Bildschirm.“
Hat sich die digitale Teilnahme also gelohnt? Wenn man sie nach direkten Verkäufen misst - wahrscheinlich nein. Aber für mich lautet die Antwort dennoch eindeutig: Ja.
Nicht nur wegen der zusätzlichen Reichweite, der neuen Instagram-Follower oder der wertvollen Kontakte. Sondern vor allem wegen der vielen kleinen Momente, die mir gezeigt haben, dass meine Kunst Menschen erreicht. Menschen bleiben stehen, fotografieren die Bilder, nehmen Karten mit und erinnern sich später an die Künstlerin mit der schwarzen Katze.
Und deshalb freue ich mich bereits auf die nächste internationale Ausstellung: Im Oktober diesen Jahres werden meine Werke im Rahmen einer weiteren ArtBoxy-Präsentation im Carrousel du Louvre in Paris zu sehen sein. Nach meinen Erfahrungen in Zürich bin ich gespannt, welche Begegnungen, Möglichkeiten und Geschichten dort auf mich warten.
„Der schönste Moment der ArtExpo war nicht die Ausstellung selbst, sondern zu hören:
”Ah, du bist die mit der Katze.‘“

