Die Kunst, Potenzial zu erkennen: Was Recruiting und zeitgenössische Kunst gemeinsam haben
Wenn ich erzähle, dass ich sowohl Senior Talent Acquisition Partner für einen großen US Investor als auch zeitgenössische Künstlerin bin, wirkt das auf viele Menschen zunächst wie ein Widerspruch. Die eine Welt scheint analytisch und strukturiert, die andere kreativ und intuitiv.
Doch je länger ich beide Wege parallel gehe, desto mehr Gemeinsamkeiten entdecke ich.
Zwischen Analyse und Kreativität
Im Recruiting analysieren wir Lebensläufe, beraten Führungskräfte und entwickeln Strategien. In der Kunst verlassen wir uns auf Intuition, Kreativität und Experimentierfreude.
Für mich sind diese beiden Denkweisen keine Gegensätze, sondern eine wertvolle Ergänzung. Die Kunst hilft mir, neue Perspektiven einzunehmen und Herausforderungen jenseits von Standardlösungen zu betrachten.
Kreativität bedeutet, neue Möglichkeiten zu sehen
Kreativität beschränkt sich nicht auf die Leinwand.
Im Recruiting zeigt sie sich, wenn wir ungewöhnliche Suchstrategien entwickeln, Potenziale erkennen, die andere übersehen, oder Kandidaten für Chancen begeistern, die sie selbst noch nicht in Betracht gezogen haben.
In beiden Bereichen geht es darum, bekannte Denkmuster zu hinterfragen und neue Möglichkeiten sichtbar zu machen.
Die Kunst des Loslassens
Als Künstlerin habe ich gelernt, dass die besten Ergebnisse oft dann entstehen, wenn man nicht jeden Schritt kontrollieren will.
Dasselbe gilt im Recruiting. Nicht jede Suche verläuft nach Plan und nicht jeder perfekte Lebenslauf führt zur besten Einstellung. Manchmal entstehen die erfolgreichsten Lösungen dort, wo wir offen für Unerwartetes bleiben.
Outside the Box denken
Kunst lebt davon, Regeln zu hinterfragen.
Genau diese Haltung hilft mir auch im Recruiting. Muss ein Kandidat wirklich aus derselben Branche kommen? Braucht er jede einzelne Anforderung aus der Stellenbeschreibung? Oder steckt vielleicht gerade in einem untypischen Lebenslauf das größte Potenzial?
„In einer leeren Leinwand wie in einem untypischen Lebenslauf sehe ich dasselbe:
die Möglichkeit für etwas Neues.“
Potenzial erkennen
Für mich liegt hier die größte Gemeinsamkeit zwischen Kunst und Recruiting.
Als Künstlerin sehe ich in einer leeren Leinwand die Möglichkeit für etwas Neues. Als Talent Acquisition Partner sehe ich in Menschen Möglichkeiten, die auf den ersten Blick vielleicht noch nicht sichtbar sind.
In beiden Welten geht es letztlich nicht darum, das Offensichtliche zu erkennen, sondern das Potenzial dahinter.
Und genau deshalb sind Recruiting und zeitgenössische Kunst für mich viel näher beieinander, als viele zunächst vermuten würden.
Frage an den Leser: Wo haben sie in ihrem Berufsleben schon erlebt, dass eine „untypische“ Entscheidung oder ein ungewöhnlicher Weg zu einer überraschend guten Lösung geführt hat?
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